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Rasen nachsäen: Welcher Rasensamen eignet sich am besten?

Wer seinen Rasen nachsäen möchte, steht schnell vor einer großen Auswahl an Saatgutmischungen. Auf den Verpackungen finden sich Begriffe wie Spielrasen, Schattenrasen, Nachsaat oder RSM. Hinzu kommen botanische Namen wie Lolium perenne oder Poa pratensis, mit denen die wenigsten Hobbygärtner etwas anfangen können.

Dabei entscheidet die Wahl des richtigen Rasensamens maßgeblich darüber, wie gut sich kahle Stellen schließen und wie gleichmäßig der Rasen später aussieht. Nicht jede Saatgutmischung eignet sich gleichermaßen für eine Nachsaat.

Warum sollte man zum Nachsäen nicht einfach irgendeinen Rasensamen verwenden?

Bei einer Neuansaat wächst jede Pflanze unter denselben Bedingungen heran. Eine Nachsaat ist dagegen deutlich anspruchsvoller. Die neuen Gräser müssen sich gegen einen bereits bestehenden Rasen behaupten. Sie konkurrieren von Anfang an um Licht, Wasser und Nährstoffe.

Deshalb enthalten hochwertige Nachsaatmischungen einen hohen Anteil an schnell keimenden Rasengräsern. So schließen sich Lücken deutlich schneller, bevor sich Moos oder Unkraut ausbreiten können.

Mindestens genauso wichtig ist jedoch, dass die neuen Gräser optisch zum vorhandenen Rasen passen. Unterscheiden sich Blattbreite, Wuchsform oder Grünton deutlich, können die nachgesäten Bereiche auch nach Monaten noch sichtbar sein.

Worauf sollte man beim Kauf von Rasensamen achten?

Nicht der Preis entscheidet über die Qualität, sondern die Zusammensetzung der Mischung.

Achten Sie beim Kauf vor allem auf folgende Punkte:

  • Die Mischung sollte ausdrücklich für Nachsaaten geeignet sein.
  • Sie sollte überwiegend aus hochwertigen Rasengräsern bestehen.
  • Schnell keimende Gräser sorgen dafür, dass kahle Stellen zügig geschlossen werden.
  • Die Mischung sollte zum Standort passen, beispielsweise für sonnige oder schattige Flächen.

 

Sehr günstige Rasensamen enthalten dagegen häufig Gräser, die ursprünglich als Futtergräser gezüchtet wurden. Sie wachsen zwar oft schnell, bilden aber keinen dauerhaft dichten und belastbaren Rasen.

Diese Rasengräser finden Sie auf vielen Saatgutverpackungen

Viele Hersteller geben auf der Verpackung die botanischen Namen der enthaltenen Rasengräser an. Diese Begriffe wirken zunächst kompliziert, helfen aber dabei, die Qualität einer Mischung besser einzuschätzen.

Wichtig ist dabei: Nicht nur die Grasart, sondern auch die verwendete Sorte innerhalb einer Art entscheidet über die Eigenschaften des späteren Rasens.

Die wichtigsten Rasengräser in hochwertigen Mischungen sind:

Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)

Das Deutsche Weidelgras gehört zu den wichtigsten Gräsern für Nachsaaten.

Seine Vorteile:

  • keimt häufig bereits nach 7 bis 10 Tagen
  • schließt Lücken besonders schnell
  • ist belastbar und regenerationsfähig

 

Deshalb ist es in vielen hochwertigen Nachsaatmischungen enthalten.

Rotschwingel (Festuca rubra)

Rotschwingel wächst etwas langsamer als Deutsches Weidelgras, bildet dafür eine feine und dichte Grasnarbe.

Er eignet sich besonders gut für viele Hausgärten und sorgt für ein gleichmäßiges Erscheinungsbild.

Die Keimdauer liegt meist zwischen 10 und 21 Tagen.

Wiesenrispe (Poa pratensis)

Die Wiesenrispe benötigt deutlich mehr Zeit für die Keimung.

Mit 14 bis 28 Tagen gehört sie zu den langsameren Rasengräsern. Dafür bildet sie unterirdische Ausläufer und sorgt langfristig für eine besonders dichte und belastbare Rasenfläche.

Dass einzelne Gräser in einer Mischung unterschiedlich schnell auflaufen, ist deshalb völlig normal.

Wie lange Rasensamen insgesamt bis zur Keimung benötigen und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, erfahren Sie im Beitrag „Wie lange dauert es, bis Rasensamen keimt?“.

Was bedeutet RSM bei Rasensamen?

Auf vielen hochwertigen Rasensamenmischungen findet sich die Abkürzung RSM. Sie steht für Regel-Saatgut-Mischung.

Die RSM-Mischungen wurden von der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) entwickelt. Dabei handelt es sich um ein anerkanntes Regelwerk für die Zusammensetzung von Saatgutmischungen im Landschafts- und Gartenbau.

Die RSM beschreibt, welche Gräser für bestimmte Einsatzbereiche geeignet sind und in welchen Mischungsverhältnissen sie verwendet werden können. Dabei werden unter anderem folgende Punkte berücksichtigt:

  • welche Grasarten enthalten sein sollen,
  • welche Sorten für den jeweiligen Einsatzzweck geeignet sind,
  • welche prozentualen Anteile die einzelnen Gräser in der Mischung haben,
  • welche Eigenschaften die fertige Rasenfläche erfüllen soll.

 

Die Zahlen hinter der RSM-Bezeichnung geben den vorgesehenen Einsatzbereich genauer an.

Ein Beispiel:

RSM 2.3

  • Die erste Zahl 2 steht für die Rasengruppe Gebrauchsrasen.
  • Die zweite Zahl 3 bezeichnet die konkrete Mischung innerhalb dieser Gruppe. RSM 2.3 steht für einen belastbaren Gebrauchsrasen, der für Hausgärten und stärker genutzte Flächen geeignet ist.

 

Weitere RSM-Gruppen gibt es beispielsweise für Zierrasen, Strapazierrasen, Schattenbereiche oder andere spezielle Anforderungen.

Welche Rasensamenmischung passt zu welchem Garten?

Auf der Verpackung steht häufig nur ein Name wie „Spielrasen“, „Gebrauchsrasen“ oder „Schattenrasen“. Entscheidend ist aber nicht die Bezeichnung auf der Vorderseite, sondern welche Gräser tatsächlich enthalten sind und in welchem Verhältnis sie gemischt wurden.

Die wichtigsten Rasengräser bleiben zwar immer ähnlich, aber die Gewichtung verändert sich je nach Einsatzbereich.

Spielrasen und strapazierfähiger Hausrasen

Für normale Hausgärten und Flächen, die regelmäßig genutzt werden, wird häufig eine Gebrauchsrasenmischung verwendet.

Typische Zusammensetzung:

  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
    → schnelle Keimung, hohe Belastbarkeit, gute Regeneration
  • Wiesenrispe (Poa pratensis)
    → bildet unterirdische Ausläufer und sorgt langfristig für eine dichte Grasnarbe
  • Rotschwingel (Festuca rubra)
    → feine Blattstruktur und gute Anpassungsfähigkeit

 

Eine typische RSM-2.3-Gebrauchsrasenmischung für Haus- und Spielrasen besteht beispielsweise aus einer Kombination dieser drei Arten. Die genaue Gewichtung kann je nach Hersteller und Sorte variieren.

Zierrasen

Bei Zierrasen steht nicht die maximale Belastbarkeit im Vordergrund, sondern eine besonders feine und gleichmäßige Optik.

Hier werden häufig feinblättrige Gräser stärker gewichtet:

  • Rotschwingel (Festuca rubra)
  • teilweise Straußgräser (Agrostis)

 

Diese Gräser bilden eine dichte, feine Grasnarbe, reagieren aber meist empfindlicher auf starke Nutzung.

Schattenrasen

Schattenrasen stellt besondere Anforderungen an die enthaltenen Rasengräser aufgrund des geringeren Sonnenlichts. Viele klassische Sorten entwickeln sich unter dauerhaft schattigen Bedingungen schlechter.

Typische Bestandteile solcher Mischungen können sein:

  • Lägerrispe (Poa supina)
    → sehr schattentolerant und besonders für feuchte, kühle Schattenlagen geeignet
  • Gemeine Rispe (Poa trivialis)
    → bildet eine dichte Grasnarbe und kommt mit geringerer Lichtintensität zurecht
  • Rotschwingel-Arten (Festuca rubra)
    → verschiedene Sorten eignen sich für halbschattige Bereiche

 

Bei der Auswahl eines Schattenrasens lohnt sich deshalb ein Blick auf die genaue Zusammensetzung der Verpackung. Begriffe wie „Schattenrasen“ oder „Rasen für schattige Lagen“ sind keine geschützten Qualitätsangaben. Entscheidend ist, welche Gräser tatsächlich enthalten sind.

Trockenrasen und trockene Standorte

Bei trockenen, sonnigen Flächen werden andere Eigenschaften wichtiger. Hier spielen Gräser eine Rolle, die tiefer wurzeln und mit Trockenperioden besser umgehen können.

Ein Beispiel ist:

  • Rohrschwingel (Festuca arundinacea)

 

Diese Art bildet ein kräftiges Wurzelsystem und wird deshalb in speziellen Mischungen für trockene Standorte eingesetzt.

Was sollte man bei Rasensamenmischungen auf der Verpackung prüfen?

Die Bezeichnung auf der Vorderseite wie „Spielrasen“, „Schattenrasen“ oder „Trockenrasen“ ist nur eine erste Orientierung. Entscheidend ist die tatsächliche Zusammensetzung der Mischung.

Achten Sie auf:

  • die enthaltenen Grasarten,
  • die verwendeten Sorten,
  • die prozentualen Anteile der einzelnen Gräser.

 

Eine hochwertige Mischung erkennt man nicht an Werbeversprechen wie „schnell keimend“, sondern daran, ob die enthaltenen Gräser langfristig zum Standort und zur Nutzung passen.

Woran erkennt man gute und weniger geeignete Rasensamen?

Beim Kauf von Rasensamen lohnt sich ein Blick auf die Zusammensetzung. Entscheidend ist nicht nur, dass eine Mischung schnell keimt, sondern welche Gräser langfristig eine dichte und belastbare Rasenfläche bilden.

Vorsicht ist vor allem bei Mischungen geboten, die stark auf landwirtschaftliche Futtergräser setzen. Diese wachsen zwar sehr schnell und bilden kurzfristig viel Blattmasse, sind aber nicht immer für einen dauerhaft gepflegten Hausrasen geeignet.

Typische Beispiele sind:

  • Welsches Weidelgras (Lolium multiflorum)
  • Westerwoldisches Weidelgras (Lolium multiflorum var. westerwoldicum)

 

Diese Gräser haben in der Landwirtschaft wichtige Aufgaben und sind dort keineswegs minderwertig. Für eine dauerhafte Rasenfläche im Hausgarten können sie jedoch Nachteile haben, weil sie vor allem auf schnelles Wachstum und hohe Ertragsleistung ausgelegt sind.

Ein hochwertiger Rasensamen sollte dagegen transparent ausweisen, welche Rasengräser und Sorten enthalten sind. Besonders wichtig ist, dass die Mischung zum gewünschten Einsatzzweck passt und nicht nur auf schnelles Wachstum setzt.

Achten Sie deshalb auf der Verpackung nicht nur auf Begriffe wie „Turbo“, „schnell keimend“ oder „Express“. Entscheidend ist die tatsächliche Zusammensetzung der Mischung.

Wann sollte man Rasensamen nachsäen?

Auch der beste Rasensamen kann nur erfolgreich keimen, wenn die Bedingungen stimmen. Entscheidend sind vor allem eine ausreichend warme Bodentemperatur, genügend Feuchtigkeit und eine passende Jahreszeit.

Die besten Zeiträume für eine Nachsaat sind das Frühjahr und der frühe Herbst. Im Frühjahr sollte der Boden dauerhaft Temperaturen von etwa 10 °C erreicht haben. Im Herbst profitieren die Samen von den noch warmen Böden und den meist feuchteren Bedingungen.

Der genaue Zeitpunkt hängt jedoch von mehreren Faktoren ab. Wann die Nachsaat im Frühjahr oder Herbst sinnvoll ist und worauf dabei geachtet werden sollte, erfahren Sie im Beitrag „Wann sollte man Rasen nachsähen?“.

Nach einer Nachsaat entscheidet außerdem die richtige Pflege über den Erfolg. Eine ausführliche Anleitung von der Vorbereitung bis zur ersten Mahd finden Sie im Beitrag „Rasen nachsäen: Anleitung für eine dichte Grasnarbe“.

Wenn die Nachsaat nach einer Vertikutiermaßnahme erfolgt, ist die richtige Reihenfolge der Arbeitsschritte entscheidend. Mehr dazu erklären wir im Beitrag „Vertikutieren und Nachsäen – die richtige Reihenfolge“.

Fazit

Beim Rasen nachsäen entscheidet die Wahl des richtigen Rasensamens maßgeblich über den späteren Erfolg.

Eine gute Nachsaatmischung enthält geeignete Rasengräser, die schnell keimen und sich dauerhaft in die bestehende Rasenfläche integrieren können. Wichtig ist dabei nicht nur der Preis, sondern vor allem die Zusammensetzung der Mischung.

Wer auf transparente Angaben, passende Rasengräser und einen geeigneten Standort achtet, schafft die besten Voraussetzungen für einen dichten und gleichmäßigen Rasen.

Professionelles Nachsäen

Eine erfolgreiche Nachsaat hängt nicht nur vom Saatgut ab. Der richtige Zeitpunkt, die Vorbereitung der Fläche und die anschließende Pflege entscheiden darüber, ob sich die neuen Gräser dauerhaft etablieren.

Rasenheld unterstützt Gartenbesitzer bei der Auswahl des passenden Saatguts, der optimalen Bodenvorbereitung und dem richtigen Zeitpunkt für eine erfolgreiche Nachsaat. So schließen sich Lücken schneller und der Rasen wird wieder dicht und belastbar. Weitere Informationen finden Sie unter „Rasen nachsäen“.

Häufige Fragen zum Nachsäen

Welcher Rasensamen eignet sich am besten zum Nachsäen?

Für Nachsaaten eignen sich spezielle Nachsaatmischungen mit schnell keimenden und belastbaren Rasengräsern. Besonders häufig enthalten hochwertige Mischungen Deutsches Weidelgras (Lolium perenne), ergänzt durch weitere geeignete Rasengräser.

Nein. Der Preis allein sagt wenig über die Qualität aus. Entscheidend ist die Zusammensetzung der Mischung und ob sie zum Standort und zur Nutzung passt.

Grundsätzlich ja. Spezielle Nachsaatmischungen sind jedoch besser darauf ausgelegt, sich gegen bestehenden Rasen durchzusetzen und Lücken schnell zu schließen.

Achten Sie auf eine transparente Deklaration der enthaltenen Gräser und Sorten. Vorsicht ist bei Mischungen geboten, die hauptsächlich auf schnell wachsende landwirtschaftliche Gräser setzen oder keine genaue Zusammensetzung angeben.

Die benötigte Menge hängt von der Größe der kahlen Stellen und der Mischung ab. Typische Nachsaatmengen liegen häufig bei etwa 10 bis 20 Gramm pro Quadratmeter. Die genaue Empfehlung des Herstellers sollte jedoch immer beachtet werden.

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