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Wann sollte man Rasen nachsäen?

Kahle Stellen, lückige Bereiche oder ein insgesamt dünner werdender Rasen sind keine Seltenheit. Oft reichen bereits ein trockener Sommer, starke Beanspruchung oder eine Vertikutierung aus, damit Lücken entstehen. Mit einer Nachsaat lassen sich diese in vielen Fällen wieder schließen – vorausgesetzt, sie erfolgt zum richtigen Zeitpunkt.

Dabei gilt: Nicht der Kalender entscheidet über den Erfolg, sondern die Wachstumsbedingungen. Erst wenn Bodentemperatur, Witterung und Bodenfeuchtigkeit stimmen, keimen Rasensamen zuverlässig und entwickeln sich zu einem dichten Rasen.

Die besten Zeitpunkte für eine Rasennachsaat

Grundsätzlich eignen sich zwei Zeiträume besonders gut für eine Nachsaat:

  • Frühjahr (April bis Mai)
  • Frühherbst (September bis Anfang Oktober)

 

In beiden Zeiträumen herrschen meist ideale Bedingungen für die Keimung. Der Boden ist ausreichend warm, gleichzeitig ist die Verdunstung deutlich geringer als im Hochsommer.

Das Frühjahr bietet den Vorteil, dass sich entstandene Winterschäden schnell schließen lassen. Im Frühherbst profitieren die Samen dagegen von den noch warmen Böden und den häufigeren Niederschlägen.

Welcher Zeitpunkt für Ihren Garten besser geeignet ist, hängt vor allem von der aktuellen Witterung und dem Zustand des Rasens ab.

Welche Temperaturen sind ideal?

Viele orientieren sich beim Nachsäen ausschließlich am Kalender. Tatsächlich spielt die Bodentemperatur jedoch eine deutlich größere Rolle.

Für eine erfolgreiche Keimung sollte sie dauerhaft mindestens 10 °C betragen. Optimal sind 12 bis 18 °C.

Auch die Lufttemperatur beeinflusst das Wachstum. Besonders günstig sind Tagestemperaturen zwischen 15 und 25 °C.

Liegt die Bodentemperatur deutlich unter 10 °C, keimen viele Rasengräser nur sehr langsam oder überhaupt nicht. Ist es dagegen dauerhaft sehr heiß, trocknet die oberste Bodenschicht häufig zu schnell aus.

Wann sollte man nach dem Vertikutieren nachsäen?

Hat das Vertikutieren kahle Stellen hinterlassen, sollte die Nachsaat möglichst direkt im Anschluss erfolgen.

Durch das Vertikutieren wird Rasenfilz entfernt und die Grasnarbe geöffnet. Dadurch gelangen die Rasensamen leichter bis auf den Boden und erhalten einen besseren Bodenkontakt.

Zwischen beiden Arbeitsschritten sollten deshalb möglichst keine Tage vergehen.

Wie Sie dabei Schritt für Schritt vorgehen, erfahren Sie im Beitrag „Vertikutieren und Nachsäen – die richtige Reihenfolge“.

Falls Sie unsicher sind, wann überhaupt vertikutiert werden sollte, finden Sie alle wichtigen Informationen im Artikel „Wann sollte man den Rasen vertikutieren?“.

Wann sollte man besser nicht nachsäen?

Nicht jede Wetterlage eignet sich für eine erfolgreiche Nachsaat.

Ungünstig sind vor allem:

  • Bodentemperaturen unter 10 °C
  • längere Hitzeperioden mit Temperaturen über 30 °C
  • ausgetrocknete Böden
  • starker Dauerregen
  • Frost oder Nachtfrost

 

Unter solchen Bedingungen keimen die Samen häufig ungleichmäßig oder vertrocknen bereits in den ersten Tagen.

Oft ist es sinnvoller, einige Tage auf bessere Bedingungen zu warten, anstatt unnötig Saatgut zu verschwenden.

Die richtige Bodenfeuchtigkeit entscheidet über den Erfolg

Mindestens genauso wichtig wie die Temperatur ist eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit.

Vor allem die obersten 1 bis 2 Zentimeter des Bodens dürfen während der Keimphase nicht austrocknen. Genau dort liegen die Rasensamen. Trocknet diese Schicht aus, wird die Keimung unterbrochen und junge Keimlinge können bereits in den ersten Tagen absterben.

Bewässern Sie deshalb lieber 2- bis 4-mal täglich kurz, statt einmal große Wassermengen auszubringen.

So bleibt die Oberfläche gleichmäßig feucht, ohne dass die Samen weggeschwemmt werden.

Wie lange dauert es, bis die Nachsaat keimt?

Je nach Rasensorte erscheinen die ersten Keimlinge meist nach 7 bis 21 Tagen.

Schnell keimende Gräser wie Deutsches Weidelgras zeigen sich häufig bereits nach etwa einer Woche. Andere Arten benötigen deutlich mehr Zeit.

Während dieser gesamten Phase sollte der Boden gleichmäßig feucht bleiben und möglichst nicht betreten werden.

Welche Faktoren die Keimdauer beeinflussen und warum manche Rasenflächen deutlich länger benötigen, erfahren Sie im Beitrag „Wie lange dauert es, bis Rasensamen keimt?“.

Wann lohnt sich eine Nachsaat überhaupt?

Nicht jeder lückige Rasen muss komplett erneuert werden.

Ist der größte Teil der Rasenfläche noch dicht und gesund, reicht eine gezielte Nachsaat in vielen Fällen völlig aus.

Eine Nachsaat empfiehlt sich beispielsweise:

  • nach dem Vertikutieren,
  • nach einem trockenen Sommer,
  • bei einzelnen kahlen Stellen,
  • nach dem Entfernen von Moos oder Unkraut,
  • auf stark beanspruchten Laufwegen.

 

Sind dagegen große Teile des Rasens abgestorben oder besteht die Fläche überwiegend aus Moos und Unkraut, kann eine komplette Rasensanierung sinnvoller sein.

Das richtige Saatgut ist genauso wichtig wie der richtige Zeitpunkt

Selbst der beste Zeitpunkt nützt wenig, wenn ungeeignetes Saatgut verwendet wird.

Für eine Nachsaat eignen sich spezielle Nachsaatmischungen besonders gut. Sie enthalten schnell keimende und konkurrenzstarke Rasengräser, die vorhandene Lücken zuverlässig schließen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten und welche Unterschiede es zwischen den verschiedenen Mischungen gibt, erklären wir im Beitrag „Welches Saatgut eignet sich zum Nachsäen?“.

Fazit

Der beste Zeitpunkt zum Rasen nachsäen richtet sich nicht nach einem festen Datum, sondern nach den Wachstumsbedingungen.

Sind die Bodentemperaturen dauerhaft höher als 10 °C, liegt die Lufttemperatur idealerweise zwischen 15 und 25 °C und bleibt der Boden gleichmäßig feucht, stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Keimung sehr gut.

Deshalb zählen sowohl das Frühjahr als auch der Frühherbst zu den besten Zeiträumen für eine Nachsaat. Wer zusätzlich hochwertiges Saatgut verwendet und den jungen Rasen in den ersten Wochen konsequent feucht hält, schafft die Grundlage für eine dichte und belastbare Rasenfläche.

Professionelles Nachsäen

Lückiger oder ausgedünnter Rasen muss nicht komplett erneuert werden. Mit einer fachgerecht durchgeführten Nachsaat lassen sich viele Schäden zuverlässig beheben.

Rasenheld unterstützt Gartenbesitzer bei der Auswahl des passenden Saatguts, der optimalen Bodenvorbereitung und dem richtigen Zeitpunkt für eine erfolgreiche Nachsaat. So schließen sich Lücken schneller und der Rasen wird wieder dicht und belastbar. Weitere Informationen finden Sie unter „Rasen nachsäen“.

Häufige Fragen zum Nachsäen

Wann ist der beste Monat zum Rasen nachsäen?

In vielen Regionen eignen sich April bis Mai sowie September besonders gut. Entscheidend sind jedoch nicht die Monate, sondern Bodentemperaturen über 10 °C und ausreichend Bodenfeuchtigkeit.

Ja, grundsätzlich schon. Während längerer Hitzeperioden ist die Nachsaat jedoch deutlich aufwendiger, da der Boden schnell austrocknet und sehr häufig bewässert werden muss.

Ja. Das ist sogar der ideale Zeitpunkt, da die Samen nach dem Vertikutieren besonders guten Bodenkontakt erhalten.

Sobald die Bodentemperatur dauerhaft unter etwa 10 °C fällt oder mit regelmäßigem Frost gerechnet werden muss, sinken die Erfolgschancen deutlich.

Nicht immer. Wurde der Rasen zuvor vertikutiert, empfiehlt sich häufig eine Düngung vor dem Vertikutieren. Die genaue Reihenfolge erklären wir im Beitrag „Vertikutieren und Nachsäen – die richtige Reihenfolge“.

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