Nach dem Vertikutieren sieht der Rasen häufig lückig und mitgenommen aus. Viele Gartenbesitzer fragen sich deshalb, ob sie sofort nachsäen sollten oder ob der Rasen zunächst Zeit zur Erholung braucht.
Die Antwort ist einfach: In den meisten Fällen erfolgt Vertikutieren und Nachsäen direkt aufeinander.
Warum das so ist und worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
Und ob Vertikutieren in Ihrem Fall überhaupt notwendig ist, erfahren Sie übrigens in unserem Ratgeber „Was bringt Rasen vertikutieren wirklich?“.
Warum Nachsäen nach dem Vertikutieren sinnvoll ist
Beim Vertikutieren werden Moos, Rasenfilz und abgestorbene Pflanzenteile entfernt. Gleichzeitig entstehen kleine Lücken in der Grasnarbe.
Genau diese offenen Stellen bieten ideale Bedingungen für neue Rasengräser. Werden sie zeitnah mit einer Nachsaat geschlossen, entwickelt sich der Rasen wieder zu einer dichten Fläche.
Bleiben die Lücken dagegen längere Zeit ungenutzt, können sich erneut Moos oder Unkräuter ansiedeln. Warum das gerade bei vermoosten Rasenflächen so häufig passiert, erklären wir ausführlich im Beitrag „Hilft Rasen vertikutieren gegen Moos? Die ehrliche Antwort“.
Die richtige Reihenfolge
Für die meisten Hausgärten hat sich folgende Reihenfolge bewährt:
- Rasen im Frühjahr rechtzeitig düngen und einige Zeit wachsen lassen
- Rasen mähen
- Zum richtigen Zeitpunkt vertikutieren (siehe auch „Wann sollte man den Rasen vertikutieren?“)
- Rasenfilz und Moos vollständig entfernen
- Nachsaat gleichmäßig ausbringen
- Saatgut leicht einarbeiten
- Bei Bedarf mit einer dünnen Schicht Rasensand oder Rasenerde abdecken
- Anschließend gründlich bewässern und in den folgenden Wochen gleichmäßig feucht halten
Diese Reihenfolge schafft die besten Voraussetzungen für eine schnelle Regeneration.
Muss jeder vertikutierte Rasen nachgesät werden?
Nein.
Eine Nachsaat ist vor allem dann sinnvoll, wenn durch das Vertikutieren größere Lücken entstanden sind oder der Rasen bereits vorher ausgedünnt war.
Ist die Grasnarbe dagegen dicht und wurden lediglich kleinere Mengen Rasenfilz entfernt, kann sich der Rasen häufig auch ohne Nachsaat wieder vollständig schließen.
Welches Saatgut eignet sich für die Nachsaat?
Verwenden Sie möglichst hochwertiges Rasensaatgut, das zur bestehenden Rasenfläche passt.
Für die Nachsaat gibt es spezielle Nachsaatmischungen, die gezielt für das Schließen lückiger Rasenflächen entwickelt wurden. Sie enthalten besonders keimfreudige und konkurrenzstarke Rasengräser, die sich schnell zwischen den vorhandenen Gräsern etablieren.
Billige Saatgutmischungen enthalten dagegen häufig einen hohen Anteil an Futtergräsern. Diese wachsen zwar schnell, sorgen langfristig jedoch selten für einen dichten und belastbaren Hausrasen.
Achten Sie deshalb auf eine hochwertige Nachsaatmischung, die für Haus- und Gebrauchsrasen geeignet ist und möglichst gut zum vorhandenen Rasen passt.
Sollte nach dem Vertikutieren Sand ausgebracht werden?
Das hängt sowohl vom Boden als auch vom Zustand der Rasenfläche ab.
Auf schweren, lehmigen Böden kann das Ausbringen von gewaschenem Quarzsand langfristig dazu beitragen, die Bodenstruktur zu verbessern. Gleichzeitig lässt sich der Sand mit einem Besen oder einer Rasenrakel in die durch das Vertikutieren geöffneten Schlitze einarbeiten.
Sind durch das Vertikutieren kleinere Unebenheiten sichtbar geworden, können diese ebenfalls mit einer dünnen Sandschicht nach und nach ausgeglichen werden. Größere Vertiefungen sollten dagegen nicht auf einmal aufgefüllt werden, sondern schrittweise über mehrere Anwendungen.
Auf lockeren oder bereits sandigen Böden ist das Ausbringen von Sand dagegen häufig nicht erforderlich.
👉 Wann Rasensanden sinnvoll ist, welcher Sand verwendet werden sollte und wie viel Sand tatsächlich benötigt wird, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Was bringt Rasen sanden wirklich?“.
Was passiert nach der Nachsaat?
In den ersten Wochen benötigt das Saatgut vor allem eines: gleichmäßige Feuchtigkeit.
Der Boden sollte niemals vollständig austrocknen. Gleichzeitig sollte Staunässe vermieden werden.
Je nach Witterung keimen die ersten Gräser meist innerhalb von ein bis drei Wochen. Bis sich eine dichte Grasnarbe entwickelt, können jedoch mehrere Wochen vergehen.
Geduld zahlt sich aus.
Häufige Fehler nach dem Vertikutieren
Auch nach dem Vertikutieren passieren häufig vermeidbare Fehler:
- Die Nachsaat wird mehrere Wochen verschoben.
- Das Saatgut wird nicht ausreichend eingearbeitet.
- Der Boden trocknet während der Keimphase aus.
- Die Fläche wird zu früh wieder stark belastet.
- Der erste Rasenschnitt erfolgt zu früh.
Viele weitere typische Fehler beim Vertikutieren selbst haben wir im Ratgeber „Die 9 häufigsten Fehler beim Rasen vertikutieren“ zusammengestellt.
Fazit
Vertikutieren und Nachsäen ergänzen sich ideal.
Während das Vertikutieren Moos und Rasenfilz entfernt, sorgt die Nachsaat dafür, dass entstandene Lücken schnell wieder mit Rasengräsern besiedelt werden.
Wer beide Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge durchführt und dem Rasen anschließend ausreichend Zeit zur Regeneration gibt, schafft die Grundlage für eine dauerhaft dichte und gesunde Rasenfläche.
Professionelles Vertikutieren und Nachsäen in Backnang
Sie möchten Ihren Rasen fachgerecht vertikutieren und entstandene Lücken professionell schließen lassen?
Auf unserer Leistungsseite „Rasen vertikutieren“ erfahren Sie, wie wir beide Maßnahmen optimal miteinander kombinieren und so die Grundlage für eine dauerhaft dichte und gesunde Rasenfläche schaffen.
Häufige Fragen zu Vertikutieren und Nachsäen
Wie lange sollte ich nach dem Vertikutieren mit der Nachsaat warten?
Am besten gar nicht. Die Nachsaat erfolgt idealerweise direkt nach dem Entfernen von Moos und Rasenfilz.
Muss das Saatgut eingearbeitet werden?
Ja. Ein leichter Bodenkontakt verbessert die Keimung deutlich. Das Saatgut sollte jedoch nicht tief vergraben werden.
Wann darf der Rasen nach der Nachsaat wieder gemäht werden?
Erst wenn die jungen Gräser eine Höhe von etwa 8 bis 10 Zentimetern erreicht haben. Beim ersten Schnitt sollten maximal ein Drittel der Halmlänge entfernt werden.
Kann ich nach dem Vertikutieren sofort düngen?
Ja, insbesondere wenn gleichzeitig eine Nachsaat erfolgt, kann eine angepasste Düngung sinnvoll sein. Idealerweise wurde der Rasen jedoch bereits einige Wochen vor dem Vertikutieren mit der ersten Frühjahrsdüngung versorgt, damit er die Belastung besser verkraftet.
Mehr dazu lesen Sie im Artikel „Wann sollte man den Rasen vertikutieren?“, in dem wir den optimalen Zeitpunkt für die Frühjahrsdüngung ausführlich erklären.

